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Die deutschen Heimatvertriebenen in Berlin

Seit vielen Jahrhunderten siedelten Deutsche in Ost- und Südosteuropa. Sie waren zum überwiegenden Teil von den dortigen Landesherren ins Land gerufen worden. Sie kamen in großen Siedlungswellen im 11. -13.Jahrhundert nach Böhmen, Schlesien, in die Mark Brandenburg, Pommern, Ost- und Westpreußen. Auch in Siebenbürgen und im Baltikum entstanden Regionen deutscher Kultur. Eine weitere große Siedlungswelle setzte nach den Türkenkriegen ein, als die Habsburger Kaiser deutsche Kolonisten in ihre südöstlichen Kronlande riefen, um die verwüsteten Gebiete zu erschließen. So entstanden geschlossene deutsche Siedlungsräume im Banat, der Batschka, in Slawonien, Bessarabien und im Buchenland (Bukowina).

Die Deutschen im Osten schufen in jahrhundertelangem Bemühen eine kolonisa-torische und kulturelle Leistung ohne Beispiel. Während sie innerhalb der Reichs-grenzen in achthundertjähriger Geschichte mit Mittel- und Ostdeutschland zu einem gemeinsamen Geschichtsbewusstsein zusammenwuchsen, blieben die auslands-deutschen Gruppen in nahezu allen europäischen Staaten mit einer Brückenfunktion betraut, die europäische Pionierarbeit leistete. Burgen und Schlösser, Städte und Dörfer, Kirchen und Fabriken zeugen bis heute davon.

Danzig, Krantor

Danzig, Krantor

1937 umfassten allein die östlich der Oder und Neiße gelegenen Provinzen des Deutschen Reiches ca. 25% der Fläche und mit ca. 10 Millionen Einwohnern ca. 15 % der Bevölkerung Deutschlands. Darüber hinaus lebten vor dem Zweiten Weltkrieg ca. 8,8 Millionen Deutsche in Siedlungsgebieten wie in Danzig, in Polen, in der Tschecho-slowakei, im Baltikum, in der Sowjetunion, in Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Jugoslawien.

Im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges wurde die deutsche Bevölkerung aus den deutschen Ost- und Siedlungsgebieten unter großen Verlusten vertrieben oder ihrer kulturellen Selbständigkeit beraubt. Heimatvertriebene und Flüchtlinge schlossen sich in der Nachkriegszeit zu Landsmannschaften zusammen. Sie trugen wesentlich dazu bei, den deutschen Kulturbeitrag im und aus dem Osten zu bewahren. Darüber hinaus sind Bundesregierung und die deutschen Bundesländer gesetzlich und moralisch verpflichtet, dieses Kulturgut im Bewusstsein der Deutschen und des Auslandes zu erhalten, Archive, Museen und Bibliotheken zu sichern, Kunstschaffen, Wissenschaft und Forschung zu diesem Zweck zu fördern.

Über die Grenzen hinweg haben sich vielfältige Beziehungen zwischen den früheren und den heutigen Bewohnern dieser Gebiete angebahnt. So hat sich beispielsweise eine junge polnische Generation auf Spurensuche in die Vergangenheit begeben, um Anschluss an jene Werte zu finden, die auf deutscher Kultur beruhen. Nicht das Gegensätzliche, sondern das Verbindende tritt in den Vordergrund. So wird die Bewahrung kultureller Leistungen und die Information über Geschichte und Geografie, im Zuge der europäischen Einigung, zunehmend in Zusammenarbeit mit den östlichen Nachbarn geschehen.




- Der Vorstand des Berliner Landesverbandes der Vertriebenen e.V.



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